Im 18. Jahrhundert wurde erstmals die Katalogisierung des vorhandenen Bestandes in Angriff genommen, da die Benutzung der Bibliothek ohne bibliothekarische Hilfsmittel einen erheblichen Zeitaufwand erforderte. Mit dem Privatgelehrten Jeremias Crudelius aus Coswig gewann der Rat der Stadt 1736 einen Mann, der innerhalb von 2 Jahren einen alphabetischen Katalog (AK), einen Sachkatalog (SK) und einen Manuskriptkatalog (Verzeichnis der Hochschulschriften) erstellte.
Vor allem der 1885 neu gegründete Zwickauer Altertumsverein erkannte die historische und wissenschaftliche Bedeutung der in der Ratsschulbibliothek angesammelten Bestände. Er bewirkte eine erneute Katalogisierung, um ein Niveau zu erreichen, welches anderen wissenschaftlichen Bibliotheken Sachsens vergleichbar ist. Der Rat der Stadt konnte und wollte sich dieser Forderung nicht verschließen und verpflichtete mit den Gymnasiallehrern Fabian und Beck, dem Pfarrer Buchwald und dem Kantor Vollhardt kompetente Personen, die bei der Durchsicht der Bestände wertvolle Funde zutage förderten, die bisher nicht verzeichnet waren. Die unvollständigen Bandkataloge wurden durch einen aktuellen und übersichtlichen Zettelkatalog (Nominal- und Standortkatalog) ersetzt, zu dessen Erarbeitung noch zusätzlich die Gymnasiallehrer Langer und Otto Clemen gewonnen worden waren.